Jugendclub Bureau in Sulzzbach-Rosenberg

Jugendclub Bureau in Sulzzbach-Rosenberg

Auf auf nach Bayern. Nach einer Woche annehmbaren Wetters begrüßt mich der Samstag mit Kälte und äußerst unangenehmer Wolkendecke. Es ist also wieder Halstuch- und Handschuhzeit. Die üblichen Besorgungen (ein Getränk und Zigaretten) später bin ich pünktlich am Bahnhof. Gleis 103. 5 Minuten Verspätung sagen „Guten Tag“ und ich beschließe, nicht zu grämen sondern ein wenig zu frieren. Der ICE nach Nürnberg ist… kalt.Ja, das trifft es. Ich neige dazu, in einem Zug meine Schuhe auszuziehen, weil es einfach bequemer ist aber diesmal kann ich mich nicht durchringen, die Fahrt in Socken zu verbringen.

Die Ankunft in Nürnberg ist um 16:27 geplant. Ich bezweifle, dass der ICE das schafft. Der Regionalexpress, der mich nach Sulzbach-Rosenberg bringen soll fährt um 16:43. Genug Zeit, das Gleis zu wechseln. Ich bin gespannt. Mein Vortrag über die Geschichte der Geheimdienste im Jugendclub Bureau beginnt um 19 Uhr – ich habe auf jeden Fall genug Zeitpuffer.

Ich ignoriere die österreichische Kronen Zeitung, die an meinem Platz liegt, sondern widme mich der Weiterarbeite am .NEUSTART-Manuskript, während ich den fantastischen Repo!– The Genetic Opera Soundtrack höre. Ich mag die verschrobene Geschichte, ich liebe Sarah Brightman und Anthony Head, den ich seit der Buffy Musical Folge „Once more with feeling“ nahezu verehre. Alex Vega zelebriert ihre zerbrechliche Stimme und draußen zieht Natur an mir vorbei. Ich finde mein Script spannender.

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In Nürnberg darf ich in eine Regionalbahn umsteigen. Ich registriere voller Freude, dass ich dort NICHT von der Bundespolizei kontrolliert werde. In den frühen 2000er Jahren fuhr ich oft über Nürnberg weiter nach Regensburg und ich plante immer ein, den nächsten Zug nicht zu erreichen. Dieses Mal aber nicht. Am Gleis rauche ich noch zwei Zigarettchen, steige in die Regionalbahn und bin überzeugt, dass es sich in ihr bequemer als in einem IC reisen lässt. Herunterklappbare Tische an den Sitzen sind schon mal gut. Wenn Strom kommt ist es ja nahezu schon perfekt.

sulzbachvortragSulzbach-Rosenberg ist ein kleines Städtchen in der Oberpfalz. Am nicht elektrifizierten Bahnhof werde ich von dem Organisator des heutigen Vortrags erwartet und wir fahren die paar Minuten in die Räumlichkeiten des Jugendclub Bureau. Der Club residiert in einer alten Gaststätte, die er auch noch betriebt: Der Mundschenk. Innen erwartet mich neben einem Alles gebenden Holzofen (es ist angenehm muckelig warm) der bereits vorbereitete Vortragsraum (also der Gastraum) und das WLAN mit einer immerhin 2000er DSL Leitung. Ich lerne, dass schnelleres Internet nur in den Dörfern aussen herum zu haben ist, hier jedoch nicht. Mein Telefon wechselt manisch zwischen Edge und 3G. An LTE ist hier nicht zu denken. Die Räumlichkeiten sind geschmückt mit Linker Folklore. Überall Aufkleber und Transpis (auch von außen schön anzusehen) und ich fühle mich durchaus sehr wohl.

Nach dem Vortrag dann: Pizza und betreutes Trinken. Richtung Mitternacht werde ich von dem Organisator des Vortrages eingepackt und wir fahren zu seinem Elternhaus. Dort im Gästezimmer wartet auf mich ein ordentliches Bett. Morgens bekomme ich ein lecker Frühstück und eine heiße Dusche und dann heißt es um 12:29 „Tschüß Sulzbach-Rosenberg, es war schön hier und ich komme gerne wieder“. Locker haben wir eine Lesung zu .NEUSTART verabredet – genaueres sehen wir dann in den nächsten Wochen. Ich freue mich auf jeden Fall, wenn ich den Jugendclub Bureau noch einmal besuchen darf.

In Nürnberg steige ich in den ICE nach Hanau um. Die Fahrt ist sehr ereignislos und die einzigen Dinge die ich im Zug mache sind sitzen und aus dem Fenster schauen. Vielleicht schaffe ich es ja eines Tages einen Tagebucheintrag wie Mozart zu schreiben: „Nichts passiert. Auch schön.“ Der Tag ist aber noch nicht rum und irgendwas passiert dann doch immer. Ich bin gespannt. Nächste Woche geht es nach Wien. Nicht mit der Bahn sondern mit dem Flugzeug. Dann gibt es den nächsten ReiseReise-Bericht. Bleiben Sie dran.

sulzbnachtranspi

Transpi im Inneren

bahnhofsulzbach

Bahnhofsidylle

sulzbachrosenbergflyer

Flyer zur Veranstaltung

 

Written by tomate

Stephan "tomate" Urbach fährt durch die Welt, um Vorträge zu halten, an Konferenzen teil zu nehmen, Lesungen seines Romans .NEUSTART zu geben oder um Freunde zu besuchen.

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